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Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach war zu Gast bei der zweiten Bildungskonferenz des Landkreises Miltenberg

„Wie gestalten unsere Schulen die Digitalisierung?“ Dieser Frage gingen die Teilnehmer der zweiten Bildungskonferenz nach, zu der das Landratsamt Miltenberg am 5. Juli 2019 ins Julius-Echter-Gymnasium nach Elsenfeld eingeladen hatte.
Nach einem kurzen Erklärvideo eröffnete Landrat Jens-Marco Scherf die Veranstaltung. Besonders freue er sich, dass Frau Staatsministerin Gerlach die Zeit gefunden habe,  zu kommen.
Judith Gerlach erzählte von ihrer Arbeit im neu gegründeten Staatsministerium für Digitales. Es sei eine sehr spannende Zeit gewesen, ein Ministerium aus dem Nichts zu bilden. Da musste noch der Teppichboden rausgesucht und Mitarbeiter gefunden werden.
Sie lobte das Engagement der Schulen hier im Landkreis, die digitalen Herausforderungen anzunehmen. Es wurden bereits viele Medienkonzepte erstellt und das „Ideal ist das Ziel der Reise“. An die Lehrer*innen gewandt, appellierte sie: „Haben Sie den Mut, neue Wege zu beschreiten und Dinge auszuprobieren!“ Sie sollten keine Angst vor Fehlern haben.
Weiterhin sagte die Ministerin, Bildung gebe es nicht zum Nulltarif und manche Dinge bräuchten Zeit und könnten nicht von heute auf morgen realisiert werden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten unter der Moderation von Beatrice Brenner
    ⁃    Judith Gerlach, Staatsministerin für Digitales
    ⁃    Jens-Marco Scherf, Landrat des Landkreis Miltenberg
    ⁃    Markus Heinrich, Agilimo Consulting
    ⁃    Pauline Kowalczyk, Schülerin am JEG
    ⁃    Ulrich Gronemann, Schulleiter JEG

Direktor Gronemann betonte, Lehrkräfte müssten nicht mehr dazu motiviert werden, mit neuen Medien zu arbeiten, sie kämen auf die Schulleitung zu und forderten eine moderne Ausstattung.
Auch Ministerin Gerlach betonte, im ersten Schritt braucht die Lehrkraft ihr „IT-Rüstzeug“. Nach der Ausstattung der Klassenräume kann dann im zweiten Schritt über eine Ausstattung der Schüler*innen mit Tablets nachzudenken.
Dem stimmte Landrat Scherf zu, meinte aber, es sei wichtig, noch einen Schritt weiter vorne anzusetzen und in einer Basis-Stufe auf den Glasfaseranschluss der Schulen zu setzen. Hier habe der Landkreis bereits eine entsprechende Untersuchung laufen.
Pauline Kowalczyk meinte, der digitale Fortschritt komme bei den Schüler*innen nicht an, das dauere alles zu lange. Sie forderte eine Weiterbildung der Lehrkräfte. Dem entgegnete Direktor Gronemann, dass das Kollegium noch nicht so weit sei, das Tempo der Schüler*innen aufzunehmen, außerdem forderte er neben der Hardware auch gute Softwareangebote, da die Erstellung digitaler Unterrichtsmaterialien sehr aufwendig sei. Frau Gerlach bat die Schüler*innen um Geduld mit einem so großen und recht trägen Verwaltungsapparat und formulierte ihre Erwartung an die Schüler*innen, sich einzubringen. Es reiche nicht aus, nur Schilder hochzuhalten.
Unternehmer Heinrich antwortete auf die Frage, welche digitalen Fähigkeiten die Unternehmer sich wünschten, das Interesse und Begeisterung wichtig seien, außerdem sei zu beobachten, dass oft grundlegende Kenntnisse der Textverarbeitung fehlen.
In der Abschlussrunde schlug er vor, Schule und Wirtschaft sollten zusammenrücken und gemeinsam Aufgaben lösen. Landrat Scherf wünschte sich, Veränderungsprozesse aktiv zu steuern und nicht daran zu verzweifeln. Pauline Kowalczyk sah als wichtigste Aufgabe der Digitalisierung in der Schule die Unterstützung beim Lernen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es noch das Angebot, sich bei einer kleinen Bildungsmesse über Neuheiten, Angebote und Schüler*innen-Projekte“ zu informieren und an den Workshops „Die Mischung macht‘s - Unterrichtsbeispiele mit digitalen Elementen“ und „Wie virtuelle Exkursionen den Unterricht bereichern - 360° Bilder mit google expeditions“ oder den Kurzvorträgen „Programmieren als Grundschulfach? - Wie Kinder die digitale Welt begreifen“ und „Strategie Digitalisierung Schule“ teilzunehmen.

Mein persönliches Fazit zur zweiten Bildungskonferenz:
Ich gratuliere dem Landkreis Miltenberg zu dieser kurzweiligen und informativen Veranstaltung und bin sehr froh, dabei gewesen zu sein.

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